
wasted on 6/17/03, 5:49 PM
das Album hieß Afterburner (das is, wemmer was scharfes gegessen hat)

wasted on 6/17/03, 12:41 PM
aus geschichtlichen gründen war es bei daum aber 'erlaubter'... denkt man zumindest, wenn man einige kommentare hier liest.

wasted on 6/16/03, 9:26 PM
Ich gehe einkaufen. Ich hole Geld von der Bank. Ich gehe in den Aldi. Eine lange Schlange mit Käufern hat sich vor der Kasse gebildet. Eine vielredende alte Frau stellt sich hinter mich mit ihrem Einkaufswagen. Sie führt Gespräche. Diese Gespräche aber sind seltsam, irgendwo auf der Grenze zwischen ihren Selbsten und den von uns anderen. Uns andere um sie herum adressiert sie aber nicht unmittelbar. Sie spricht nur so, des Lautsprechens, Immerweitersprechens wegen. Finge man an, sich in ihre Gespräche zu mengen, ginge man verloren. Will ich das?
Man darf sich nicht gemein machen mit diesen gesprächsführenden Frauen, denke ich und schaue in meinen Einkaufswagen. Drei Harzer Roller, ein halbes Pfund Butter, 2 4er-Packs entfetteter Kirschjoghurt, eine Packung Orangensaft liegen darin. Da wird eine zweite Kasse aufgemacht und ganz unkoordiniert teilt sich die Schlange der Wartenden, beinahe birst sie auseinander. Es kommt dabei zu einem kleinen Tumult.
Die gesprächige Frau hinter mir drängelt sich behäbig irgendwie erneut hinter mich und meinen Wagen und so vor ihr zuvorgekommene Kunden. Lauthals macht man sich jetzt Vorwürfe. Alles ist plötzlich wie im Fernsehen und draußen vor den Empfängern zugleich verstrickt. Geballte Zeitdiagnostik, Moralkunde, Einkaufsverhalten, Verfall der Sitten, Beleidigungen. Bis Beschwichtigungen der Kassenkraft der Lage eine Adresse geben. Zuvor hatte sie Paletten mit Waren in die Regale geräumt, die Preise der Waren in die Kasse eingetippt, das ausgehändigte Geld empfangen und die Differenz zum Sollbetrag an die Kunden weitergegeben. Jetzt ergreift sie die vakante Verantwortung. Kurz tritt Ruhe ein.
In dieser Ruhe versucht die Kassiererin, alle zu beruhigen.
Bald wird das alles vorbei sein, der Einkauf in Tüten verstaut auf dem Heimweg ineinander verkeilt. Die Zeit läuft, die Dauer der Konfrontation ist begrenzt wie die Worte für Unmutsäußerungen, für Ausdruck von Unzufriedenheit. Schon packe ich meinen Einkauf in die mitgebrachte Leinentüte. Da fällt mir ein, dass ich niemals Konfliktmanager werden wollte und das Vater, wenn Aufregung sich sammelte, die von ihr Bedrohten beruhigen wollte mit dem langsamen Aussprechen eines Wortes: "Heuwägelchen". "Heu...wä...gel...chen". Ich vermeide einen Blick zurück. Ich gehe langsam, nicht zu schnell wegen der Hitze, zurück nach Hause. Ich habe viel zu tun. Aber der Tag zerrinnt in Untätigkeit, Halbtätigkeit.
Ich sitze zum Beispiel in der Küche und schaue nach einer Weile, während der ich nirgendwohin schaue, auf die Bilder an den Wänden.